Frederic-Simms-Hütte (2004 m) 31.08. - 02.09.2012 (Lechtaler Alpen)

Ende August machten sich Elvira List, Reiner Hensel, Barbara Flämig und ich zu einer Bergtour ins Sulztal auf. Wir fuhren bei gutem Wetter los und kamen bei strömendem Regen in Stockach an. Egal, auf einem Fahrweg stiegen wir durch einen dichten Fichtenwald bergan und kamen bereits nach kurzer Zeit zu einem alten gewaltigen Bergsturzhang. Auf ca. 300 m war hier der Berg nahezu senkrecht und stark zerklüftet weggebrochen. Der Weg führte dann weiter durch einen in den Fels gesprengten Tunnel. Dies erinnert stark an alte Kriegspfade in den Dolomiten. Das Sulztal zeigt sich hier mehr als Sulzschlucht wonach sich diese in ein sehr schönes Almwiesental öffnet. Der Weg wurde hier allerdings durch eine stoische Rinderherde blockiert. Nach ca. zwei Kilometern kamen wir trotzdem, zwar völlig durchnässt, an der Sulzalm an. Wir wärmten uns in der gemütlichen Blockhütte auf – und die Stärkung erfolgte mit „original“ Kaiserschmarrn. Nach rund einer halben Stunde ging es wieder raus in das „Mistwetter“. Es lagen schließlich noch so ungefähr 3 km Fußmarsch vor uns und die wollten wir situationsbedingt zügig hinter uns bringen. Übrigens, direkt am Weg hat ein Künstler eine Holztür mit allerlei Schnickschnack errichtet. Hier soll man hindurch schreiten und eine neue Welt betreten. Wir schritten hindurch und … es regnete auch in der neuen Welt noch. Aber nicht mehr lange, denn auf dem Serpentinenpfad kurz unterhalb der Hütte ging der gleichmäßige Regen in prima Schnee über. Das hat was - wirklich! Sommer, Ende August 2012 – und wir waren dabei! ………………………..Jeah! Dann – endlich, waren wir im Trockenen und im Warmen und überhaupt. Vom Datum her Sommer, ließen wir uns erst mal Grog und Glühwein schmecken – und das nicht zu knapp. Jetzt war’s warm, jawohl. Die Frederic-Simms-Hütte entspricht in ihrer Art noch dem Urleitbild einer Alpenvereinshütte, urgemütlich, klein, schlicht. Der komplette Innenausbau ist einfach und in Holz gehalten, ein kleiner Waschraum und kaltes Wasser. Die Essensauswahl war entsprechend der Bergsteigerunterkunft, einfach aber genial. Die Hütte steht recht ausgesetzt auf einem kleinen Bergvorsprung wodurch sie aber ein „kleines“ Problem hat, da der Hang leicht in Bewegung ist. Am Fels und an der Hütte sind deshalb überall kleine Markierungen und Sensoren angebracht, um die „Bewegungen“ zu beobachten. Freitagabend und viele, unzählige Kartenspielrunden. Der Ablauf wurde auch Samstagmorgen bis zum Nachmittag beibehalten. In der Nacht, 10 cm Schnee! Zum Glück sah man auf Grund des starken Nebels nicht viel. Wir hatten Wetter, mehr nicht. Spät nachmittags trafen Steffen Schulze und Thomas Vogt ein. Die beiden wollten den Rest der Woche in den Lechtaler Alpen verbringen. Abends riss der Himmel doch noch auf, wir sahen erstmalig in der Dämmerung – Berge, unglaublich. Sonntag, strahlender Sonnenschein! Reiner, Barbara und ich stiegen talwärts. Elvira schloss sich den beiden Bergkameraden an und machte sich mit ihnen auf den Weg zur Feuerspitze (2852 m). Während des Abstieges konnten wir nun doch noch die Schönheit des Sulztals genießen. Der imposante Talschluss begeisterte uns. Halbkreisförmig türmt sich eine fast senkrechte Felswand von ca. 500 Hm hinter uns auf. Sulzalm – Pause auf der Sonnenterasse – sehr schön. Auf dem Weg ins Tal ging’s dann an unzähligen Tagesgästen vorbei, welche alle der Alm zustrebten. Mittag waren wir wieder am Parkplatz. eine „verwetterte“ aber trotz allem schöne Hüttentour ging zu Ende. Na dann – Berg-Heil, Steffen
(Bericht und Bilder - Steffen Weibrecht)